EIN LEBEN

EIN LEBEN

In einem langen Leben begegnet man vielen Menschen. Die meisten hinterlassen Spuren, manche gute und schöne Erinnerungen, andere eher schmerzhafte. Aber ich denke das ist normal. Wenn man an Menschen denkt, mit denen man Zeit verbracht hat, in der Kindheit oder in der Jugend, und man verbindet schöne Momente mit ihnen, dann entstehen Gedanken, die einen manchmal lächeln lassen. Aber genau diese Erinnerungen können auch Wehmut auslösen. Vor allem dann, wenn man das Gefühl hat Chancen nicht genutzt zu haben und diese Menschen heute nicht mehr da sind. Entweder hat man sich aus den Augen verloren, oder diese Menschen haben den Kontakt abgebrochen. Man fragt sich was sie wohl machen oder ob sie überhaupt noch leben.

Aber auch die Menschen die negativ in Erinnerung geblieben sind können weh tun. Vor allem dann wenn gewisse Momente oder Ereignisse vieles kaputt gemacht haben. Und noch schwerer wird es wenn man zurück schaut und sich fragt ob man in manchen Situationen nicht ruhiger und gelassener hätte reagieren müssen. Ob man vielleicht falsch gehandelt hat und Gefühle zugelassen hat, die alles nur schlimmer gemacht haben. Was mich manchmal traurig macht ist, dass ich vielen Menschen geholfen habe, finanziell, mit meiner Zeit oder einfach indem ich für sie da war, und trotzdem habe ich einige dieser Menschen verloren. Ich weiß bis heute nicht warum. Vielleicht denkt man oft zu viel nach und sucht die Fehler nur bei sich selbst. Dabei wollte ich vieles einfach nur ehrlich und gut machen. Und wenn mir jemand geholfen hat dann war und ist es mir immer wichtig gewesen Dankbarkeit zu zeigen. Ich hoffe dass die Menschen die mir geholfen haben auch gespürt haben wie dankbar ich dafür war und dass ich versucht habe auf meine Art etwas zurück zu geben. Die schlimmsten Erinnerungen sind die, in denen man Menschen verloren hat weil man falsch reagiert hat, oder sich von seinen Gefühlen hat leiten lassen. Und genau das tut weh. Vielleicht führt genau das irgendwann dazu, dass man selbst kein selbstbewusster Mensch mehr ist oder es nie war, weil man versucht keine Fehler zu machen oder keine mehr zu machen und dabei gerade dadurch Fehler entstehen.

Ich hoffe dass Menschen mit denen ich befreundet bin sich irgendwann an mich erinnern und Freude verspüren, wenn sie an gemeinsame Zeiten denken. Und am meisten wünsche ich mir, dass an dem Tag an dem ich meine letzte Reise antrete, Menschen bei mir sind, die mir das Gefühl geben, dass ich nicht umsonst gelebt habe.

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